Der Standpunkt

Ihr habt einen Standpunkt, und ich habe einen Standpunkt. Manchmal haben auch wir einen Standpunkt.

Die Bundesregierung hat einen Punkt-Stand. Sie punktet – im Stillstand. Oder ist es doch ein Sitzpunkt? Sie sitzen und sitzen – auf Sitzen – und bleiben stets am selben Punkt.
Ein Ein-Punkt-Punkt. Denn das steht ihr gut, das macht den Menschen Mut. Doch in Wahrheit ist es ein sitzender Punkt-Stand. Auch Stillstand genannt. Denn in diesem Land wird nicht gerannt, daran hat man sich die Sohlen verbrannt.

Man sitzt lieber aus, geht ungern aus der Festung heraus.

Ich habe keinen Sitz, und das ist der Witz, weil ich noch viel lieber stehe, dann und wann auch Schritte gehe. Denn mein Leben ist ein Weg, und der führt auch mal über einen schmalen Steg. Längst nicht immer geradeaus. Läuft selten auf ein Ziel hinaus – denn meistens sind es Viele.

Dieses ewige auf Sitzen sitzen. Lieber überhaupt nicht schwitzen, stattdessen zwölf Striche in die Sitzbank ritzen – ist ein makaberer Trend in Deutschlands spitze Spitzen.

Dem Land gehe es gut, dabei kommt mir die Wut – weil ich aus der Festung, der Höhle – geschaut hab.
Vielleicht muss ja ich verstehen: Sie wollen nicht sehen. Nicht einen kleinen Schritt weiter gehen. Bewegung? Das ist wohl schon wenn die Fahnen wehen.

Es brennen nicht Bücher, es brennen Stäbe. Sie sagen euch, dass es keinen Ausweg gebe?

Ich bitte euch: Schaut Links und Rechts und Oben und Unten. Seht ihr die Farben, die Bunten?

Etwas steht schief in diesem Land -
Deshalb leiste ich Widerstand.
Wider dem Punkt-Punkt-Stand – mit meinem eigenen Verstand.
Für Freundschaft und gegen die Punkt-Punkt-Wand.

Das ist mein Standpunkt. Punkt.