ARR!

Unreimzeilen eines Schreiberlings

War da nicht ein Licht im Raum?
Als stetig in der alten Weise
die Seiten eines Schreibers Traum,
gestört von Schritten, langsam, leise,
wieder aufgeschlagen wurden.

Soll der Rabe doch gesessen haben,
der Fink den Frosch vergessen haben –
Ein Raum gefüllt mit vielen Büchern
bleibt dennoch wie die kalte Halle.
War da schon ein Licht im Raum,
oder kam es aus den Gängen?

Die Türe auf, der Schlüssel fehlt.
Ein Schiff in den Wellen, von Zeit entseelt.
Es bleibt wie in der kalten Halle
in der ein Schritt der nächste ist,
der Gehende sich selbst vergisst.
Schlösser ohne Schlüssel schließen,
für Blumen, die sich selber gießen.

Warum

Warum
sind Katzen
Katzen?
Warum eigentlich
sind Katzen
nicht blau?

Was wäre
wenn es diese
Eine
diese eine Katze,
auf der Welt
gebe

Hätte sie dann
blaues Fell
mit glänzend
leuchtend grünen
Punkten?
oder nicht?

Müssten dann
auf jeden Fall
nicht alle Katzen
bis zu ihren Tatzen
blau mit grünen Punkten
sein?

Aber wie
wie wäre es
für dieses einzig arme Vieh
Alle dächten
Iih
so ganz Alleine hier?

Was
würde dieses
sicher einsame
Tier
dann tun?
solo for ever

Tränke es dann
sehr viel Bier?
oder garkeins?
Denn welche Katze
trinkt schon Bier?
lächerlich.

Was wäre wenn
es diese Katze gebe
und sie wäre cool
was würdest du
also
was würdest du tun?

Was wäre wenn
dieses eine Vieh
einfach behaupten würde
alle
Katzen
seien
blau?

Ich
fänd
das
schon
ziemlich
schräg

Aber was
wäre wenn
viele Katzen
diesen einen
blauen Tatzen
trauten?

Wenn alle Andren
Katzen
zu den leuchtend blauen
Tatzen
aufschauten?
Bunte Katzen verhauten?

Wären dann
Urplötzlich
und heftig
alle
Katzen
blau?

Nö.

Warum?
weil dann
Farben
keine Nuancen
bunte Tatzen keine Chancen
hätten

(Was ja auch so ist)

Warum
frag ich
mich
warum denn nicht
die vielen bunten Katzen
gen blauer Katze stecken

Warum
können sie nicht
Alle
endlich checken
dass Farben
im Kopf beginnen?

Warum
sagt die bunte Katze
sind Katzen
nicht einfach
endlich
einfach

Katzen.

Wäre das nicht wirklich schlau?
Wäre das nicht ein Komet?
Wäre Sorbet dann noch ein Reim auf Komet?

IndiviDumm!

Auf der Straße gehst du unsichtbar, fühlst dich hier Zuhause, alles wunderbar. Du bist hier du bist da man sagt „immer nah“ – akzeptiert, saturiert, bla bla bla. Hast du dich gefragt wie du hier gelandet bist? Hast du dich gefragt warum du jeden Tag die Scheiße frisst? Man sagt immerzu dass es doch notwendig ist, dass man eben jeden Tag die gleiche Scheiße frisst. Sollst nicht abkotzen, sonst stehst du ganz schnell alleine da – und wenn du dich dann doch bewegst sagt dir dein Kopf „tatütata“. Es ist die Feuerwehr, mit ihrem Gewehr. Entweder schützt sie dich oder spießt dich auf mit ihrem Speer.

Du bist hier, du bist dort, fort am selben Ort. Sitzt du in einem Boot? Ist deine Seele tot? Du sollst fließen, dann kann die Gesellschaft sprießen. Sie kann wachsen, sich an sich selber laben, denn das was sie will konnte sie schon immer haben. Dein Gesicht – ist völlig vernarbt und indess wurde kurzerhand dir deine Seele ausgescharbt. Du bist nicht, nein du hast ein Gesicht, sag mir was du anziehst, sag mir dein Gewicht.

Ich bin die Gesellschaft will dich ganz für mich, einer unter vielen, das sind du und ich. Dann können wir tanzen gehn und Mutproben bestehn, können auf dem Parkett unsere Füße hüpfen sehn. Dabei machen wir mit, wir halten jetzt Schritt. Denn wir sind das Umfeld, wir halten uns fit. Jetzt sind wir die Gesellschaft, Keiner unter Keinen, Beine unter Beinen, Schweine unter Schweinen. Und wenn du stets tust, was wir für richtig halten, und zulässt dass wir dich für dich verwalten – an der Leine halten – dir deine Freiheit schenken, dann kannst du doch auch aufhören über dich selbst nachzudenken.

Du sollst haben, traben und sein. Am Ende deiner Tage wirst du gut gesattelt sein. Bist du jetzt ein Pferd? Trägst du ein Schwert? Sag mir wann hast du beschlossen, dass du dich entleerst? Liebe – das was du musst. Hasse – die eigene Lust. Ich erlebe nicht, ich analysiere, und reiße dich mit auf dass man dich kategorisiere. Ist das nicht wunderbar? Du bist doch frei! Statt eines Telefonanschlusses kaufst du dir gleich drei. Du hast jede Freiheit dir ein Hobby zu wählen, und wenn du dich danach fühlst ne Minderheit zu quälen. Merkst du nicht, das ist doch ganz famooß! Ich sage dir, ich warne dich bloß: Die Reste deiner Seele zeigen macht dich nicht groß. Das brauchst du nicht, es reicht dein Gesicht – und wehe dir du änderst dich, dann finde ich dich. Siehst du? Sie haben dich erfasst. Es hat dir nicht gereicht, dass du dich selber hasst. Jetzt darfst du wieder tun, was ich von dir verlange, und hahaha ich halte dich an der Stange. Ich knebel dich, und peitsche dich aus – prügel alle Seelenreste aus deinem Körper raus. Jetzt bist du wieder mit uns konform, hab ich nicht gesagt: Halt dich lieber an die Norm?! Du wolltest nicht hören, musstest uns stören, so ist das mit diesen unerzogenen Gören. Jetzt habe ich dich wieder habe dich dran gehindert, dass man die Verletzungen in deiner Seele lindert.

Du willst ausbrechen? Das kannst du gerne haben, doch wenn du neue Schritte gehst dann musst du das auch ertragen: Wir werden dich niemals in Frieden lassen, weil wir deine Andersartigkeit eben hassen.

Das Wellenspiel

Ein Pfiff ging durch die tiefe Nacht,
doch ihr wollt lieber schlafen.
Das Schiff ist sicher im ruhigen Hafen,
auch wenn bei Blitz der Donner lacht.

Denn keiner konnte vorher wissen,
dass Licht auch Blitz erschaffen hat.
Der Warnpfiff hat den Steg zerrissen,
das Schiff schwankt träge, kalt und matt.

Der Maat hält seinen Kopf geneigt
und unter Deck in Gleichmut schweigt
die Apathie der warmen Kalten.
Das Steuer wird von Geiern gehalten.

So treibt das Schiff mit Rückenwind
hinfort zu fernen Küsten.
Auch wenn an Deck schon Wellen sind
lebt ihr mit tödlichen Gelüsten.

Doch wird die Reise nicht ewig sein,
schon bald seid ihr am Ziel.
Das Schiff zerbricht im Wellenspiel -
Was währt seid ihr, und eure Pein.

Der innere Kampf

Ich habe Worte aufgeschrieben.
Manche sind in mir verblieben –
Die Meisten aber wandern fort,
suchen Kraft an einem anderen Ort.

Ich habe darüber nachgedacht,
habe Nächte mit diesem Gedanken verbracht.
Suchte nach Antwort mit Leibesmüh,
doch es kamen nur Fragen. Zu viele. Zu früh.

Das Fragen aber plagt umsomehr –
Dem Kampf setzte ich mich zur Wehr.
Das Denken hat mich nie gemocht –
So dacht ich, als ich dagegen focht.

Doch ahnte ich bald immer mehr:
Der Kopf tut weh, so furchtbar leer.