Natty und das Abenteuer der Philosophie

Ein ARR – An die Freundschaft

„Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft – keinen größeren Reichtum, keine größere Freude.“ (Epikur von Samos)

Über die Freundschaft haben sich schon unglaublich viele Menschen ausgelassen. Es wurden tausende Bücher und Schriftrollen verfasst. Manche sind dicker, manche dünner. Selbst Aristoteles hat seiner Zeit über die Freundschaft geschrieben. Es gibt dicke Sachbücher, berührende Romane, herzzerreißende Dramen und wunderschöne Gedichte über die Freundschaft.

Ich habe auch Freunde, manche würden vielleicht behaupten ich bin ein Mensch mit vielen Freunden. Mit manchen Freunden treffe ich mich häufiger, mit anderen seltener. Manche bezeichne ich als meine besten, oder allerbesten Freunde, und bei manchen hatte ich einfach noch nicht die Gelegenheit dazu sie so gut kennen zu lernen, als dass ich sie zu meinem engeren Freundeskreis zählen könnte.
Für mich persönlich gibt es nichts wichtigeres auf der Welt, nichts kommt an den Status einer Freundschaft heran, und nichts ist wertvoller, pflegenswerter und edler als eine beideitige, glückliche Freundschaft.
Denn auch die Familie besteht aus Freunden. Nicht mit jedem und jeder aus der Familie versteht man sich gleich gut, aber ein Freund icst doch schlussendlich jemand, an dem einem etwas liegt.
Ich zum Beispiel habe ein sehr inniges Verhältnis zu fast allen meinen Verwandten. Ich weiss ganz genau, dass wenn es mir schlecht geht ich mich an jeden und jede aus diesem Kreis wenden kann und jeder und jede der Personen für mich da wäre. Warum sonst teilt man seiner Verwandtschaft mit, dass es einem „gut“ oder „schlecht“ geht?! Wenn ich zu einer meiner Tanten hingehe und ihr erzähle was mit heute schönes passiert ist, dann weiss ich dass sie sich ebenso über mein Glück freuen wird, wie ich es tue. Und macht soetwas nicht eine Freundschaft aus? Ich möchte nicht verallgemeinern, immerhin geht es hier um Gefühle.
Aber bei mir ist es zum Beispiel so, dass es Menschen in meiner Familie gibt, von denen ich weder das Gesicht, noch den Namen oder den Vornamen kenne, sie de facto also garnicht kenne, sondern mir lediglich die Existenz solcher Menschen bewusst ist. Angenommen eine dieser mir völlig unbekannten Menschen stürbe. Würde ich dann genau so um sie trauern wie um die Tante der ich erzählt habe wie gut es oder wie schlecht es mir geht? Wohl eher nicht. Auch bei ihnen würde ich Bedauern empfinden, keine Frage, das fällt für mich unter die Rubrik des menschlichen Mitgefühls, jedoch eine großartige Trauer würde ich wahrscheinlich eher nicht empfinden. Wie gesagt, es ist mir kaum möglich hier zu verallgemeinern, aber so ist es zumindest bei mir der Fall.
Das alles führt mich dazu, auch innerfamiliäre Beziehungen als Freundschaften zu bezeichnen.

Ich habe eine allerbeste Freundin.
EvArr. Wenn ich an EvArr denke, wenn ich EvArrs Stimme höre oder wenn ich EvArr sehe, ist es für mich fast so, als würde die Sonne ein zweites Mal aufgehen. Versteht mich nicht falsch. Es ist nicht eine verliebte Freude von der ich da spreche, sondern von einer völlig platonischen Freude. Mit EvArr verbindet mich etwas, was mich mit sonst niemandem verbindet.
Es handelt sich um eine um mehrere Jahre und Entwicklungsstadien gewachsene Freundschaft, eine Liebe auf den ersten Blick sozusagen. Unsere Freundschaft lebt vom gegenseitigen Austausch durch sich ergänzendes Verhalten. Viele Eigenschaften die wir haben teilen wir jedoch auch. Unter anderem ist es die Eigenschaft uns selber und anderen zu zeigen, wie sehr wir uns lieb haben, weshalb wir häufig um die Tiefe und Innigkeit unserer Beziehung beneidet werden.

Dann gibt es da noch meine kleine JessicArr. Jessi und ich sind in unsere Freundschaft hineingewachsen. Wir sind in eine Klasse gegangen und haben uns zunächst gehasst. Später jedoch entwickelte sich das ganze zu einer Freundschaft, die völlig anders ist als die zu EvArr, jedoch in keinem Falle minder wertvoll. Deswegen nenne ich JessicArr auch mein Herzblatt. Nich meine Allerbeste Freundin. Aber was sagen Titel schon über die Tiefe einer Freundschaft aus.

Die Tiefe der Freundschaft. Das ist das Schlüsselwort. Die Tiefe einer Freundschaft macht sie zu dem was sie ist. Und jede Freundschaft hat andere Charakteristika, jede Freundschaft sieht vollkommen aus, aber auch vollkommen anders. Genau wie EvArr und JessicArr habe ich noch einige andere unglaublich tiefe Freundschaften, zum Beispiel diese in der schönen Piratenstadt Bremen und die mit meiner Crew. Keine der Freundschaften ist mir mehr oder minder wichtig, für jede bin ich bereit mein Leben zu opfern. Denn jede dieser Freundschaften ist eine Errungenschaft für sich, ein Siegel über dem Herzen, der mein Herz stärkt und dafür sorgt dass es nicht bricht. In jeder Freundschaft verhält man sich etwas anders, spircht man anders, bewegt man sich anders. Denn jede Freundschaft spricht einen anderen Teil der eigenen Persönlichkeit an, und lässt ihn zum Vorschein kommen.

Ich bin dankbArr für jede meiner Freundschaften und beachte jede einzelne als einen mehr oder weniger geschliffenen Edelstein der mit mir erglimmt.

Ahoi!