Der innere Kampf

Ich habe Worte aufgeschrieben.
Manche sind in mir verblieben –
Die Meisten aber wandern fort,
suchen Kraft an einem anderen Ort.

Ich habe darüber nachgedacht,
habe Nächte mit diesem Gedanken verbracht.
Suchte nach Antwort mit Leibesmüh,
doch es kamen nur Fragen. Zu viele. Zu früh.

Das Fragen aber plagt umsomehr –
Dem Kampf setzte ich mich zur Wehr.
Das Denken hat mich nie gemocht –
So dacht ich, als ich dagegen focht.

Doch ahnte ich bald immer mehr:
Der Kopf tut weh, so furchtbar leer.

Der Standpunkt

Ihr habt einen Standpunkt, und ich habe einen Standpunkt. Manchmal haben auch wir einen Standpunkt.

Die Bundesregierung hat einen Punkt-Stand. Sie punktet – im Stillstand. Oder ist es doch ein Sitzpunkt? Sie sitzen und sitzen – auf Sitzen – und bleiben stets am selben Punkt.
Ein Ein-Punkt-Punkt. Denn das steht ihr gut, das macht den Menschen Mut. Doch in Wahrheit ist es ein sitzender Punkt-Stand. Auch Stillstand genannt. Denn in diesem Land wird nicht gerannt, daran hat man sich die Sohlen verbrannt.

Man sitzt lieber aus, geht ungern aus der Festung heraus.

Ich habe keinen Sitz, und das ist der Witz, weil ich noch viel lieber stehe, dann und wann auch Schritte gehe. Denn mein Leben ist ein Weg, und der führt auch mal über einen schmalen Steg. Längst nicht immer geradeaus. Läuft selten auf ein Ziel hinaus – denn meistens sind es Viele.

Dieses ewige auf Sitzen sitzen. Lieber überhaupt nicht schwitzen, stattdessen zwölf Striche in die Sitzbank ritzen – ist ein makaberer Trend in Deutschlands spitze Spitzen.

Dem Land gehe es gut, dabei kommt mir die Wut – weil ich aus der Festung, der Höhle – geschaut hab.
Vielleicht muss ja ich verstehen: Sie wollen nicht sehen. Nicht einen kleinen Schritt weiter gehen. Bewegung? Das ist wohl schon wenn die Fahnen wehen.

Es brennen nicht Bücher, es brennen Stäbe. Sie sagen euch, dass es keinen Ausweg gebe?

Ich bitte euch: Schaut Links und Rechts und Oben und Unten. Seht ihr die Farben, die Bunten?

Etwas steht schief in diesem Land -
Deshalb leiste ich Widerstand.
Wider dem Punkt-Punkt-Stand – mit meinem eigenen Verstand.
Für Freundschaft und gegen die Punkt-Punkt-Wand.

Das ist mein Standpunkt. Punkt.

Wo bist du Mensch?

Wo bist du Mensch,
wo bist du geblieben?
Ich hab dir einen Brief geschrieben.
Mit blauer Tinte, auf weißes Papier –
du ahnst es nicht, doch du fehlst mir hier.

Was glaubst du Mensch,
was treibt dich an?
Gehst nornoch ohne Flügel voran.
Die schnellen Schritte, die Rückbanktritte –
Suchst du dich selbst, deine innere Mitte?

Wer fliegt der sieht das Farbenmeer.
Der findet sich selbst, der träumt daher.
Doch Atmen, das kannst du nicht mehr,
dein Geist ist so voll, und doch so leer.
Wo bist du, Mensch?

Das Leben ein Wettlauf?

Schneller und schneller werden wir. Jeden Tag ein bischen schneller. Wir rennen von A nach B und halten niemals ein. Wer stehen bleibt, der hat verloren. Denn die Welt bewegt sich nun einmal schnell – und wer nicht mitrennt der wird überfahren… oder sowas. Jeder einzelne Mensch muss Ziele haben. Visionen. Was wäre die Welt nur ohne unsere Geschwindigkeit? Da springt einer von der Stratosphäre. Der Sinn ist der „Kick“, das „schnell sein“ das klare Ziel – Was dabei verloren geht fällt nur wenigen auf.

Auf wessen Kosten werden wir schneller? Was legen wir ab, wohin wollen wir damit eigentlich genau? Jeder hat seine Antwort auf die Frage was er will und meist noch eher was er oder sie eben nicht will.

Man stelle sich nur einmal vor alleine irgendwo unterwegs zu sein. In dem Moment, in dem man stehen bleibt, oder sich gar – scheinbar ziellos – auf eine Bank oder ähnliches setzt zieht man – wie magisch – die Blicke anderer an. Denn wer hat schon die Muße sich alleine auf eine Bank zu setzen? Man hat kein Ziel, keine Bestimmung, wenn man einfach so auf einer Bank sitzt. Und schon beginnst du dich unwohl zu fühlen. Du suchst nach einer Rechtfertigung für dein Verhalten, du suchst nach einem Weg, dein „auf der Bank sitzen und nichts tun“ zu legitimieren. Dabei kramst du dein tolles Smartphone heraus und schaust dir irgendwelche Bilder Fremder an, die dich ja eigentlich nicht wirklich interessieren. Eventuell telefonierst du auch, denn auch das dient zur Rechtfertigung. Am Ende sitzt du bestenfalls 20 Minuten auf dieser Bank, bevor du dich wieder weg bewegst. Nur nicht auffallen, nicht als Faul erscheinen.

Und wenn du Morgens aufstehst, frage ich mich, wie fühlst du dich? Was denkst du, wenn du in den Spiegel schaust, wenn du den Kleiderschrank aufmachst? Glaubst du wirklich du bist was besonderes? Du, mit deiner Retrobrille, deinem V-Ausschnitt TeeShirt mit dem Vogel drauf, mit deiner großen Plastik-Armbanduhr und deinem frischen Kurzhaarschnitt? Bist du der Meinung, dass du herrausstichst, wenn du ganz besonders angepasst bist?

Wer du bist ist nicht wichtig, wichtig ist ob du bist. Und heute bist du wenn du mitziehst, wenn du alternativ angepasst durch den Tag gehen kannst.

Herzlichen Glückwunsch!

Ich frage mich: Wo ist die Luft zum Atmen? Wo ist der Tanz im Leben, die innere Melodie?
Wir haben das alles verloren, wie Ballast weggeworfen. Wir haben unsere Freiheit mit Füßen getreten, haben sogar darum gebeten dass man uns die Freiheit nimmt. Und warum? Weil ihr das Rennen liebt! Weil ihr euch messen müsst, um euch selbst zu mögen.

Was wir dabei vergessen ist das Leben. Denn ich für meinen Teil unterscheide zwischen der bloßen Existenz, und einem selbstbestimmten Leben.

Manchmal ist ein Wort ein Wort

Ein LogBuch Gedicht.

Ein Wort ist ein Wort.
Manchmal.
Manchmal ist ein Wort kein Wort.
Manchmal ist ein Wort ein Satz,
ein Satz ein Wort.

Manchmal.
eine Aussage, ein Befehl,
eine Diagnose, ein Hehl,
Selten ist ein Wort ein Wort.
Meistens ein Symbol -
Ein Symbol für alles was du bist-
Manches Wort ist großer Mist.

Manchmal sagst du was du denkst,
Meistens aber nicht.
Du tust und Machst und redest und lachst –
Das Wort ein Wort?
Der Satz ein Satz?
Du lügst, betrügst, intregierst, denunzierst
Manches Wort birgt viele Wörter.

Auf dass ich dir den Satz erörter,
denn manchmal ist dein Wort kein Wort
und du, du denkst über den Satz hinfort.